Yardstick der RS Klassen

RS hat in Deutschland viele verschiedene Boote im Markt, kann regattaerfahrungen aber derzeit nur mit dem RS Aero nachweisen. In den aktuellen Yardsticklisten sind RS Boote  nicht oder wenig aktuell vertreten. Für eine korrekte Wertung bei Yardstickregatten wie den aktuellen Ansegelevents oder den beliebten Mittwwochsregatten müssen wir auf die britischen Werte zurückgreifen und diese ins Deutsche System umrechnen.

Tim Kahlen hat dies für den RS Aero realisiert und uns eimne Formel gegeben mit der eine realistische Einordnung möglich scheint:

Für die Wertung dieser offenen Regatten ist die Kenntnis des Yardsticks, also einer Kennzahl für die Bootsgeschwindigkeit nach der die Rennzeiten auf Platzierungen umgerechnet werden können, notwendig.  Dieser Yardstick errechnet sich nicht nur aus technischen Spezifikationen einer Klasse, sondern auch aus Erfahrungswerten und Rennergebnissen. Da diese Erfahrungen erst langsam wachsen, ist der Yardstick einer jungen Klasse zunächst deutlichen Schwankungen unterworfen. Dem nicht genug, gibt es auch noch national unterschiedliche Berechnungssysteme.

In England werden alle RS Klassen sehr intensiv gesegelt und es liegen genügend realistische Vergleichswerte mit anderen Booten vor. Bleibt das Problem der Umrechnung ins Deutsche System.

Umrechnung Portsmouth Yardstick (PY) in DSV Yardstick

Der britische Portsmouth-Yardstick (PY) entspricht in der Berechnung unserem DSV-Yardstick, allerdings mit zwei kleinen Unterschieden: Erstens ist er um den Faktor 10 genauer, das heißt, unser DSV-Wert 100 entspräche bei identischem Normboot im PY dem Wert 1000:

Bei uns: gesegelte Zeit (in sec) mal 100 geteilt durch Yardstickzahl,
in GB: gesegelte Zeit (in sec) mal 1000 geteilt durch Yardstickzahl.

Zweitens ist beim PY das Normboot genau 40 bzw. vier Punkte schneller als im DSV-Yardstick.

Der 505er hat im PY den Wert 910 (91), im DSV den Wert 95.         =>   91 + 4 = 95
Der Laser hat im PY den Wert 1091 (109), im DSV-Yardstick 113.    => 109 + 4 = 113

Das Verschieben um vier Punkte lässt sich mit anderen in England und bei uns verbreiteten Booten wie dem 420er (PY 1105/DSV 115) oder Javelin (PY 926/DSV 97) ebenfalls belegen. Nicht verschwiegen seien kleinere Ausreißer wie der 29er (PY 922/DSV 95) oder größere wie beim 49er (PY 726/DSV 82) im Bereich von Skiffs oder selten gesegelten Booten. Im Kern darf wohl gelten, man rechne: PY-Wert geteilt durch 10 und dann plus vier. Danach runde man wenn nötig auf die volle Zahl ab oder auf.

Der Aero 9 startet laut Classrules mit 1030 , das wäre bei uns rechnerisch 107 als DSV-Yardstickwert.
Der Aero 7 startet im PY mit 1065, das wäre bei uns rechnerisch 110,5, gerundet also der DSV-Yardstickwert 111.

Wir schlagen daher folgende Werte vor:

Aero 5:                Yardstick 114     (1102/10 = 110+4 = 114)
Aero 7:                Yardstick 111     (1065/10 = 107+4 = 111)
Aero 9:                Yardstick 107    (1030/10 = 103+4 = 107)

Damit sind Aero 7 und Aero 5 deutlich schneller bewertet als die entsprechenden Laserklassen oder die Europe, der Aero 9 ist schneller bewertet als der Finn, was wohl alles in allem auch den Realitäten entspricht.

Analog ergeben sich für die anderen RS Klassen folgende Werte: